Spendenquittungen für die Unterstützung des Projektes sind möglich. Bitte kontaktiert Alexander Perl für weitere Informationen bevor ihr hier auf "fördern" klicken.
Danke.
(Alexander Perl: a.perl@tu-bs.de , 0531 391 3139)
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In leichter Sprache:
https://www.tu-braunschweig.de/wi2/forschung/webinklusion/leichte-sprache
Das Smartphone rappelt, die Tastatur läuft heiß, Freude, Trauer, nahe und entfernte Freunde.
Im Web kreieren vornehmlich die digital inhabitants und immigrants Inhalte auf den verschiedensten Plattformen. Sie tauschen sich über die inzwischen unzähligen Text-, Bild- und Videoplattformen aus. Wie jedoch gehen sie damit um? Die meisten haben gelernt ihre Inhalte im Web bewusst zu teilen, lernen es noch oder hatten die Chance es zu testen und haben es gleich wieder sein gelassen.
Diese Möglichkeiten gibt es leider nicht für alle Mitglieder unserer Gesellschaft. Für viele bleibt das Web einfach undurchschaubar. Dabei hält es so viele Potentiale bspw. für die Überwindung von reellen Distanzen und Kommunikationsbarrieren bereit.
Von diesem Standpunkt aus haben wir vom wi² und dem DRK vor einem Jahr angefangen, uns über eine Lösung Gedanken zu machen. Speziell hatten uns die Bedürfnisse aber auch Hürden von Personen mit Behinderung bei der Nutzung des sozial-interaktiven Webs interessiert. In den vergangenen zwei Semestern haben insgesamt 47 Studierende am Projekt Webinklusion gearbeitet. Es wurden Testplattformen programmiert, mit Probanden ausprobiert und analysiert. In vielen Gesprächen mit Partnern des DRK und der Lebenshilfe, sowie den Nutzern und Eltern, haben wir festgestellt, dass unsere Idee den Nerv trifft:
Wir wollen eine Webplattform, die einfach, und konkret auch ohne Lesen und Schreiben, zu bedienen ist. Die klar zwischen allgemeiner Weböffentlichkeit und Gruppenzugehörigkeiten trennt, dennoch die wichtigsten Funktionen bekannter Online Communities bietet. Wir wollen es ermöglichen in einem sicheren Umfeld individuelle Erfahrungen mit dem Web zu machen: sich mit Freunden oder Verwandten zu verknüpfen, sich auszutauschen und vielleicht sogar Schritt für Schritt in bestehende Netzwerke einzutauchen. Insbesondere ist es uns wichtig, dass eine solche Webseite nur ihre Lehr-/Lernzwecke erfüllen kann, wenn es reale Interaktionen und Betreuung gibt. Gemeinsam mit dem Fachpersonal der Kooperationspartner und Studierenden verschiedener Fachrichtungen, speziell Pädagogen und Erziehungswissenschaftlern, stellen wir ein pädagogisches Konzept zusammen, dass allen dabei helfen wird, fundierte Medienkompetenz zu erlangen.
Über drei Jahre hinweg können folgende Forschungsthemen mit Daten aus der Plattform und in Zusammenarbeit mit betreuenden Institutionen bearbeitet werden:
Wie muss maximale Barrierefreiheit aussehen?
Welche gestalterischen Elemente eines sozialen Online Netzwerks sind unabdingbar, um die Dimensionen der Medienkometenz (Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung, Mediengestaltung [1]) für Personen mit besonderen Bedürfnissen zu verdeutlichen?
Was macht ein pädagogisches Konzept für Medienkompetenz für die Zielgruppe speziell? Wer kann es wie umsetzen?
Die Zielgruppe sind Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Nach der Auffassung der WHO, die wir teilen, können hier jedoch keine konkreten Kategorien gebildet werden. Vielmehr beschreibt man die Beeinträchtigungen z.B. in Möglichkeiten und Limitierungen der Partizipation und Aktivität beim Lesen, Schreiben, in sozialen Kontakten usw.
Die Nutzung der Plattform wird kostenlos sein. Dabei werden sich verschiedene Gruppierungen registrieren können. Von Selbsthilfegruppen bis zu Institutionen wie das DRK und die Lebenshilfe aber auch kleinere Hilfsorganisation, die zu ihrem Klientenstamm Menschen mit Behinderungen zählen.
[1] K. P. Treumann, Medienkompetenz im digitalen Zeitalter: Wie die neuen Medien das Leben und Lernen Erwachsener verändern. Springer DE, 2002.
"Du darfst nicht bei Facebook angemeldet sein. Du kannst damit nicht umgehen."
Geistige Behinderung ist soziologisch definiert als negative Reaktion des Umfeldes. Das heißt Behinderung ist ein gesellschaftlich initiiertes Phänomen. [2]
Die negative Einstellung zu sozialen Medien ist jedoch verständlich. Was bedeutet es bei Facebook eine Nachricht zu schreiben? Was sollte und kann man wirklich online stellen? Was kann jeder lesen, was nicht? Wer hat meine Daten? Für Personen mit besonderen Bedürfnissen und ihre Eltern ist das interaktive Web nicht greifbar.
Wir aber finden, dass alle Teil der Gesellschaft sind und dass jeder die Chance haben muss, sich mit allen Bereichen des gemeinsamen Lebens auszukennen. Auch im Web.
Helft mit, diesem Bestreben einen kleinen Schritt näher zu kommen.
[2] E. Wüllenweber, Pädagogik bei geistigen Behinderungen: Ein Handbuch für Studium und Praxis. W. Kohlhammer Verlag, 2006.
Jetzt haben wir viel vom gesamten Projekt erzählt. Was wollen wir mit dem Crowd Funding erreichen?
Die Entwicklung einer Web-Plattform kostet Geld. Die hervorragenden, bestehenden Testplattformen wurden von Studierenden programmiert. Die Ansprüche an Datenschutz, -sicherheit, Skalierbarkeit und Kompatibilität an eine in der Praxis verwendete Webseite sind jedoch sehr hoch. Die Verantwortung dies professionell umzusetzen wollen wir auch den Profis überlassen. Hier benötigen wir Eure Hilfe.
Die 15.000 € helfen uns erst einmal eine gewisse Basisplattform zu schaffen. Mit weiteren z.B. 5.000 € oder mehr können wir jetzt schon in Details die "maximale Barrierefreiheit" (Kontrast und Skalierbarkeit von Symbolen, Screenreaderkompatilität uvm.) einsteigen.
"Wir", das ist unser Lehrstuhl für Informationsmanagement wi² an der Technischen Universität Braunschweig.
Seit zwei Jahren engagieren wir uns mit einer spezielle Lehrveranstaltung - dem Service Learning - nicht nur für das Fachwissen der Studierenden sondern auch für die Awareness und Bildung in bürgerlicher Teilhabe.
"Wir", das ist der DRK Kreisverband Wolfenbüttel, seine Betreuer und speziell deren Integrations- und Therapiezentrum (ITZ).
Das Deutsche Rote Kreuz im Allgemeinen steht für die "Liebe zum Menschen". Neben medizinischen Leistungen sind viele Kreisverbände sehr stark für Menschen mit Behinderungen und deren Familien aktiv. Das ITZ in Wolfenbüttel ist eine einzigartige Einrichtung, die vielfältige ambulante Angebote mit bspw. einem Wohntraining kombiniert.
"Wir", das sind Eltern und Nutzer.
"Wir", das sind bisher insgesamt 59 Studierende die aktiv am Projekt mitgearbeitet haben. Mit großem Engagement wurden Testplattformen entwickelt und programmiert, getestet und Analysen erstellt.
"Wir", das seid vielleicht bald auch ihr!
Kerstin Weersch
treeckva